{"id":302,"date":"2019-08-27T16:09:57","date_gmt":"2019-08-27T15:09:57","guid":{"rendered":"http:\/\/wildnpride.com\/?page_id=302"},"modified":"2019-08-27T16:09:57","modified_gmt":"2019-08-27T15:09:57","slug":"erlebnisse-eines-weitgereisten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wildnpride.com\/en\/erlebnisse-eines-weitgereisten\/","title":{"rendered":"Erlebnisse eines Weitgereisten"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Menschen sind schon merkw\u00fcrdig. Meine Futter- und Streichelbeauftragte behauptete immer, sie liebe mich. Also um eines gleich klarzustellen, ich habe SIE ausgesucht und nicht umgekehrt. Ja, ich bin ein stolzer und wilder Kater und, wie ich in aller Bescheidenheit anmerken m\u00f6chte, der St\u00e4rkste und der Sch\u00f6nste und meine Menschin habe ich mir erobert und sie stolz als solche auf allen Stra\u00dfen und Gassen Wuppertals ausgerufen: Achtung! Meine Menschin! Meine, meine, meine! Hergeh\u00f6rt! Das ist ab sofort nur meine! (Anmerkung der Redakteurin: Ich hatte zu jener Zeit ja auch blo\u00df drei weitere Katzen, aber das ist noch eine ganz andere Geschichte.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Meine Menschin, so stellte sich heraus, war nun auch wirklich in Ordnung, also mein Futter und so war voll okay und Streicheleinheiten bekam ich ebenfalls reichlich. Leider hatte sie in letzter Zeit immer h\u00e4ufiger die Angewohnheit, nachts nicht nach Hause zu kommen. Dann stellte sie mir so einen bl\u00f6den Wasser- und Futterautomaten hin und hielt das wohl tats\u00e4chlich f\u00fcr ausreichend. Als ob das auch nur ann\u00e4hernd ein Ausgleich f\u00fcr die verwehrten Freuden w\u00e4re. Ich meine, was m\u00f6gen Sie denn lieber: Ein Gourmetdinner mit pers\u00f6nlichem Kellner und Pipapo oder ein liebloses Sandwich aus dem 24 h Shop um die Ecke auf den Boden geknallt?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">In letzter Zeit war sie auch immer wieder f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit weg. Das nervte mich ganz gewaltig. Ich bekam dann auf einmal \u00fcberhaupt keine Leckerchen mehr von diesem Geizhals einer Nachbarin, die mich mitversorgen sollte, und die selbst einen \u00fcbrigens eher mageren Kater ihr Eigen nannte. Oh ja! Sie hielt mich, das kann ich euch sagen, verdammt knapp mit dem Futter. Nein, das war nicht sch\u00f6n! (Ich schluchze allein bei der Erinnerung.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Wenn meine Menschin zu Hause war, besch\u00e4ftigte sie sich oft mit so einem komischen flachen Ding, mit dem sie st\u00e4ndig redete. Einmal bekam ich Leckerchen aus einem Paket, wohl im Auftrag des flachen Dings da, das anscheinend Wolfgang hie\u00df. Da habe ich als kluges Katertier prompt das komische Ding beschmust und gaaaaanz laut geschnurrt, kann ja nicht wirklich schaden, dachte ich mir so. Na, es gab sogar im Gegenteil ein gro\u00dfes Hallo und wieder wurde \u201eWolfgang\u201c munter heraufbeschworen. Na ja, wer oder was auch immer das sein mochte. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Irgendwas war jedenfalls im Busch &#8230; Meine Schnurrhaare vibrierten so besonders. Und die kann man einfach nicht bel\u00fcgen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ich musste in eine Kiste mit R\u00e4dern und fuhr zu so einem seltsamen Mann. Der sprach mich kurz an, meinte dann wohl, wir kennten uns nun schon und fing einfach an, mir Spritzen zu geben und komische, vor allem unangenehme Sachen zu machen. Obendrein &#8220;durfte&#8221; ich dort auch eine Nacht schlafen, was mir ungef\u00e4hr so gut gefiel, als h\u00e4tte man mich in Hundekot gebadet. Als ich dann endlich wieder fit war, bin ich abgeholt worden und wir sind nach Hause gefahren. Sehr sch\u00f6n. Nur &#8230; Was in Bastets Namen sollte das Ganze eigentlich?!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Pfui, meine Menschin hat mir etwas Bitteres ins M\u00e4ulchen gestopft \u2026 Pfui \u2013 Pfui \u2013 Pfui. Irgendwie macht das Bittere auch komisch im Kopf. Gift ?? Nee, kann ja nicht, die liebt mich doch. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Mitten in der Nacht musste ich dann in so eine enge Tasche und wurde erst getragen und dann mit der gleichen Kiste wie vor ein paar Tagen irgendwie an einen Ort gebracht, wo ich noch nie war. Mir war das egal, alles war mir egal, ich f\u00fchlte mich so m\u00fcde. In einer langen Reihe von Menschen wurde ich immer wieder ein St\u00fcck vorw\u00e4rtsgetragen, das ewige Sch\u00fctteln mochte ich nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Mit einem Mal sa\u00dfen wir mit vielen anderen Menschen in einer langen Reihe und es wurde laut, es rumpelte und ich hatte Druck auf den Ohren. Ich schrie um mein Leben! Das konnte doch nicht gut ausgehen. So etwas ertrug doch kein Schwein! Geschweige denn ein \u00fcberaus distingierter Kater wie ich. Nun denn, meine Menschin reagierte sofort (wie zugegebenerma\u00dfen allermeistens, zumindest wenn ich mein sch\u00f6nes Organ mit etwas Nachdruck benutze). Sie streichelte mich z\u00e4rtlich, wenn auch etwas hektisch f\u00fcr mein sensibles Gef\u00fchl. Ich durfte sogar mal kurz aus meiner kleinen Tasche raus, aber leider wirklich nur kurz. So ein komischer Typ, der st\u00e4ndig den Gang hin und her lief &#8211; will ich auch! Hallo! &#8211; quatschte meine Menschin an und ich musste wieder in das kleine Transportdings zur\u00fcck. Tja, zu sp\u00e4t, schade! Dem h\u00e4tte ich doch noch zu gern mit meinen Krallen das Gesicht versch\u00f6nert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Nach sehr langer Zeit, so etwa dem Abstand zwischen zwei Portionen Leckerlies, wurde es still und ich wurde wieder getragen. Meine Menschin, die anfangs sehr gestresst gewirkt hatte, \u00fcbrigens doch merkw\u00fcrdig, wo der ganze Unsinn doch auf ihrem Mist gewachsen war, wurde nun langsam wieder ruhiger. Dennoch, anstatt sch\u00f6n im Garten den mageren Nachbarskater zu verm\u00f6beln, zugegebenerma\u00dfen eine meiner Lieblingsbesch\u00e4ftigungen, wurde ich wie bl\u00f6de durch die Gegend getragen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Drau\u00dfen war es jetzt pl\u00f6tzlich viel w\u00e4rmer als vorhin und die Ger\u00e4usche waren anders, ganz zu schweigen von den Ger\u00fcchen in der Luft &#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Nach kurzer Zeit wurden wir von einem Typen begr\u00fc\u00dft und wieder in eine rollende Kiste gesetzt. Jetzt durfte ich schon mal mein h\u00fcbsches, cleveres K\u00f6pfchen aus der Tasche strecken und alles genauer in Augensschein nehmen. Meine Menschin und der Typ waren offenbar sehr vertraut miteinander. Sie hielten lachend ihre kleinen flachen Bretter mit den H\u00e4nden hoch, fuchtelten damit durch die Luft, giggelten wieder etwas von Wolfgang und zeigten dabei auf mich. Ich schaute dabei m\u00f6glichst intelligent aus der W\u00e4sche, was mir ja naturgem\u00e4\u00df nicht allzu schwer f\u00e4llt und lie\u00df sie ansonsten einfach machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Endlich blieb die rollende Kiste stehen und ich wurde wieder getragen. Irgendwie waren wir am Ziel angekommen und ich durfte aus der Tasche heraus. Ein wirklich sch\u00f6nes, sauberes Klo in den von mir gesch\u00e4tzten und gewohnten Ma\u00dfen wurde mir als erstes vorgef\u00fchrt. Ich nahm es entsprechend geneigt zur Kenntnis.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ansonsten bin ich erst einmal herumgelaufen und habe, da mir die unangenehmen Erfahrungen der letzten Wochen und Tage noch im Nacken sa\u00dfen, zun\u00e4chst ausschlie\u00dflich nach guten Versteckm\u00f6glichkeiten Ausschau gehalten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ich war die n\u00e4chsten Tage also immer wieder einmal nicht auffindbar, bis ich dann nach und nach Folgendes feststellen durfte:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">1. Ich hatte nun statt einer ergebenen Dienerin noch einen weiteren dazu, der mir \u00fcbrigens die besten Rindersteaks br\u00e4t, weit und breit, was mich zum zweiten Punkt f\u00fchrt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">2. Das Futter, das auch schon vorher nicht schlecht war, erlebte hier noch einmal einen wahren Kick nach vorn: Gegrillte Garnelen, portugiesischer K\u00e4se, gebratener Fisch &#8211; dies und vieles mehr fliegt mir hier ins Katzenm\u00e4ulchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">3. Ein bisschen schade, aber im Gro\u00dfen und Ganzen sehr erholsam: In meinem Lagoenser K\u00f6nigreich begegnet mir keinerlei k\u00e4tzische oder gar h\u00fcndische Konkurrenz. Leider kann ich nun den Wuppertaler Magerkater auch nicht mehr vertrimmen. Kleiner und ertr\u00e4glicher Nachteil eines ansonsten perfekten Paradieses.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">4. Sobald ich nur leise maunze oder mein K\u00f6pfchen ein bisschen niedlich recke, gilt mir von Seiten meiner beiden Menschen die absolute, ungeteilte Aufmerksamkeit. Sobald ich aber mich, wo ich es gerade lustig finde, hinlege und die Augen schlie\u00dfe, h\u00e4lt jeder zu mir geb\u00fchrende Distanz und t\u00e4nzelt vorsichtig &#8211; wie es sich nat\u00fcrlich geh\u00f6rt &#8211; um mich herum. Nein, nein, nat\u00fcrlich erwarte ich das alles nicht! Es ist nur so &#8230; Ganz offen gesagt &#8230; Einfach v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ich bin eben ein Lagoenser Kater, hergereist mit Siebenmeilenstiefeln. Ich bin weit und breit der Allerallerbeste, einfach in allem, was ich bin und tue, wie ich an dieser Stelle h\u00f6chst bescheiden zugeben muss. Und auf jeden Fall bin ich f\u00fcr meine Menschen dies: Eine heilige Kuh an der Algarve!<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Und das bittesch\u00f6n bleibe ich nun auch.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen sind schon merkw\u00fcrdig. 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